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  • Radtour Heskem – Aartalsee 29.07.2012

    Diese schöne Tour war schon länger überfällig. Eine großartige Planung erachtete ich dennoch nicht als erforderlich. Ein Teilstück dieser Strecke war ich bereits vor etwa 13 Monaten geradelt. Damals war ich alleine unterwegs und hatte mein Auto an der Kirche zu Krumbach geparkt. Dies führte dazu, dass ich eine insgesamt ca. 33 km lange Radtour von Krumbach über Erda an und um den Aartalsee bestritt. Es war auch eine schöne Rundtour, doch schon aufgrund der Kürze nicht besonders anspruchsvoll. Letzten Sonntag (29.07.) sollte es etwas anders laufen. Wir trafen uns um 10 Uhr vor dem alten Backhaus in Heskem. Das sonnige Wetter strafte die Wettervorhersage Lügen. Wie es gar nicht mal selten geschieht. Was man aber in so einem Fall gerne hinnimmt, weil es einem zum Vorteil gereicht.
    Trotzdem hat so eine dermaßen falsche Wettervorhersage einige Nachteile. Erstens finden sich in Erwartung schlechten Wetters nur wenig Teilnehmer für eine Outdoor-Aktivität ein. Zweitens cremt sich niemand mit Sonnencreme ein, wenn er oder sie eher auf Regen eingestellt ist. In Erwartung auf einen wolkenverhangenen Himmel mit gelegentlichen Schauern oder leichtem Regen, tat ich das auch nicht. Ein Fehler, wie ich später feststellen sollte. Den Streckenverlauf, laut Radroutenplaner Hessen, hatte ich mir stichpunktartig notiert. Mit Problemen zur Streckenfindung rechnete ich nicht. Tendenziell ging es sowieso immer nur geradeaus.
    Zwei Drittel der Teilnehmer gingen per Mountainbike an den Start und waren pünktlich. Das verbleibende Drittel bildeten die „Rennradler“, welche die „akademische Viertelstunde“ nutzten. Mit leichter Verzögerung konnten wir anradeln. Über die Radwege ging es zügig und ohne Zwischenfälle bis Fronhausen/Lahn. Am Fronhäuser Bahnhof nutzen wir die Unterführung, um die Gleise zu unterqueren. Auf der anderen Seite legten wir ein kleines Trinkpäuschen ein. Meine hintere Bremse quietschte zeitweise. Vor allem, wenn ich gar nicht bremste. Dies war vermutlich eine Folge des Werkstattaufenthaltes des Rades, direkt vor der Tour. Dabei hatte es u.a. neue Bremsbeläge bekommen. Auf der Probefahrt hatte es typischerweise nicht gequietscht. Das Quietschen war nervig, doch mangels Werkzeug und Fachkenntnis, beschloß ich, gegen das Quietschen zunächst nichts zu unternehmen. Es trat glücklicherweise nicht immer auf.
    An einem Rennrad wurde heftig geschraubt. Der Mitradler hatte ebenfalls Probleme mit der hinteren Bremse bzw. mit der Spannung der Züge. Das ließ sich auf die Schnelle nicht beheben. Schade, dass wir keinen professionellen Fahrradschrauber dabei hatten. Diesen, egal ob weiblich oder männlich, wünsche ich mir für unsere Touren schon seit langer Zeit. Wer sich angesprochen fühlt, möge sich bitte melden. Etwas geruht und gestärkt ging es weiter. Zunächst folgte recht welliges Gelände bis nach Oberwalgern hinauf. Hier waren schon die ersten Abschnitte dabei, welche vom Untergrund her leider doch nicht ganz so ideal für Rennräder waren. Die Abfahrt hinter Oberwalgern genossen wir sehr. Bald darauf erreichten wir Reimershausen. Und hinter Reimershausen meinte der Radroutenplaner, uns vom Radweg runter und durch Weipoltshausen führen zu müssen. Mittels Smartphone-App prüfte ich das noch mal.
    Das Programm war sich sicher. Uns beschlich jedoch ein mulmiges Gefühl, da mir bereits bekannt war, dass zwar eine Straße nach Weipoltshausen hineinführt, aber keine hindurch. Man kann den Ort quasi nur auf der gleichen Straße verlassen, auf der man auch hineingekommen ist. Unsere Anweisung lautete jedoch, durch Weipoltshausen hindurch zu pedalieren, um nach Wilsbach zu gelangen. Also folgten wir dem Weg weiter, welcher sich „Hauptstraße“ nannte. Dieser Weg war allerdings schlecht beschildert und die Beschaffenheit des Fahrbahnbelags nahm, zum Leidwesen der Rennradfraktion, leider qualitativ stetig ab. Als ich einen kleinen Vorsprung zu den Anderen hatte, nutzte ich die kurze Wartezeit, um einem natürlichen Bedürfnis nachzugehen. Die Zeit reichte nicht ganz und so mussten nun die Anderen ein paar Minütchen auf mich warten. Wenige Minuten später befanden wir uns komplett auf einem Feldweg. Doch die gefühlte Richtung stimmte. An Weiden voller Ziegen und Schafen ging es vorbei, immer weiter ins Feld.
    Leider gab es hier so gut wie keinen Handyempfang und überhaupt keine Schilder, welche uns irgendwie weiterhalfen. Doch es gab noch Anzeichen von Zivilisation. Diese bestanden aus einem parkenden Auto, samt draussen umherspringender Leute. Also erkundigten wir uns nach dem Weg. Im Prinzip waren wir wohl richtig. Mit der Wegbeschreibung kamen wir leider nicht ganz klar. Wann genau nun links ab? Und was heißt „gutausgebauter Feldweg“. Unsere Zweifel wurden größer und die Mücken und „Pferdebremsen“ stech- und bissfreudiger. Zwei „Bremsen“ habe ich per Handschlag ins Jenseits befördert. Allerdings erst, nachdem diese mir die Waden blutig gebissen/gestochen hatten. Wir gerieten an einen bewaldeten Hügel und dieser war nun wirklich das genaue Gegenteil von „gutausgebauter Feldweg“ und der Handyempfang war völlig weg. An diesem Punkt geriet unsere Reise etwas ins Stocken. Die Teilnehmer warteten, teils rauchend und trinkend, während der Guide den „Berg“ erklomm. Aufwärtsschiebend traf ich auf die Spuren eines Rehs. Das Reh selbst sah ich wenig später ein paar Meter vor mir im hohen Gras kauern.
    Um nicht eventuell auch nicht in eine Wildschweinrotte zu geraten, klingelte ich. Das Reh vernahm erstaunt mein Klingeln und machte sich langsam aus dem Staub bzw. Schlamm. Endlich oben auf einem besseren Weg angekommen, ging mein Atem etwas heftiger. Bevor ich den Wartenden das vereinbarte Wort entgegenbrüllte, schritt ich noch den Weg ein Stück ab und sah in der Ferne eine Straße samt Motorrädern und Autos. Auch probierte ich, die Gruppe telefonisch zu erreichen. Mein Empfang war hier wieder gut – deren Empfang leider nicht vorhanden. Nach ein paar Minuten Wartezeit sah ich die Gruppe den Berg hinaufschnaufen. Ich ging ihnen entgegen und nahm einer Teilnehmerin Rad und Rucksack ab. Bald rollten wir gemeinsam der Straße entgegen und auf dieser weiter. Wir kamen durch mir bis dahin unbekannte Dörfer wie z.B. Rossbach in der Gemeinde Bischoffen.
    Kraft und Motivation ließen etwas nach, doch in Niederweidbach hatten wir die ersten Blicke auf Hessens zweitgrößte Seefläche.

    Blick von Niederweidbach
    Blick von Niederweidbach auf den Aartalsee

    Dies und unser Appetit, gaben uns noch mal Schub. Erste Fotos entstanden. Wenig später betraten wir das Gelände zum See. Von einem jungen Mann wurden wir sogleich gefragt, ob wir auf der Terrasse bleiben würden oder ob wir zum See wollten. Im letzgenannten Fall hätten wir nämlich Eintritt zahlen müssen. Wir entschieden uns für die günstigere Variante. Nachdem wir die sanitären Anlagen aufgesucht und unsere Räder abgestellt hatten, platzten wir uns auf dem Aussengelände des Cafés. Wir bestellten Getränke und dann am Kiosk auch Currywurst/Pommes in Ermangelung anderer Gerichte. Für das Essen bekamen wir „Nummern-Zettel“.
    Nachdem man uns unsere Bestellung serviert hatte, bekamen wir den Hinweis von dem Kiosk- und Kassenmenschen, dass wir uns zum Speisen eigentlich links am Kiosk hätten setzten müssen, statt rechts ins Café. Von einer Bedienung des Cafés folgte etwas später noch mal der gleiche Hinweis. Wir wunderten uns, denn wir sahen keine klare Abtrennung. Es schien alles zusammengehörig. Das Personal huschte mal hier hin und mal dort hin. Die Küche, aus welcher der Kuchen geholt wurde, befand sich im Kiosk. Serviert wurde dieser allerdings ausschließlich im Café. Die Wurst war teuer und die Pommes waren schlecht gewürzt, pappig und kalt. Der Kuchen sah nicht wirklich toll aus, zum Kaffee gab es keinen Zucker oder ähnliches. Das Personal war nicht besonders freundlich und nicht aufmerksam. Mit Rechnenkünstlern hatte man es auch nicht zutun. Sorry, wenn das alles jetzt etwas schlecht wegkommt. Vielleicht hatten wir einfach nur den falschen Zeitpunkt erwischt.
    Der Blick auf den See war sehr schön und die Sonne knallte vom Himmel.

    Am Aartalsee
    Am Aartalsee

    Nach einer Weile trafen wir Bekannte, welche sich mittels Auto hier eingefunden hatten. Dies war kein Zufall, denn ihr Sohn befand sich unter den Teilnehmern. Wir unterhielten uns noch eine Weile und eine Teilnehmerin überließ mir freundlicherweise Sonnencreme mit LSF8. Doch das Eincremen kam für meine Haut wahrscheinlich zu spät. Nach Zahlen usw. drehten zwei Drittel der Gruppe noch die kleine, knapp fünf Kilometer lange, Runde um den See. Diese ließ sich gut fahren, wenn man von Hindernissen wie z.B. Fußgängern absieht. Nach ein paar Fotos von der Sperrmauer, waren wir schnell wieder beim Rest der Gruppe und brachen zum Rückweg auf.

    Dieser verlief, auf Wunsch aller Teilnehmer, auf besseren Untergründen, dafür allerdings nicht ganz so gradlinig. Wir fuhren u.a. durch Erda, Frankenbach, Krumbach und Reimershausen. Von hier fast wieder genauso zurück, wie auf dem Hinweg, nur in umgekehrter Reihenfolge. Ein paar kleine Päuschen legten wir natürlich auch ein. Die gefahrenen Kilometer und Höhenmeter spürte man, dennoch hielt das Trüppchen wacker bis zum Ziel in Heskem durch. Auf dem Tacho standen schließlich etwa 74 Kilometer. Für die „Seeumrunder“ waren es noch ca. fünf Kilometer mehr.
    Fazit: Eine sagenhaft schöne Radtour, bei welcher man sich allerdings nicht strikt an den Radroutenplaner hätte halten sollen. Das Stück hinter Weipoltshausen ist zwar landschaftlich schön, aber man kommt nur langsam voran. Über Radweg, Straße und die Ortschaften, muss man zwar etwas mehr Verkehr in Kauf nehmen, dafür geht es wesentlich schneller und sicherer. Die Teilnehmer hatten sich von den Strapazen der Tour schnell wieder erholt. Meinen Sonnenbrand sieht man heute noch.

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  • Mais-Labyrinth-Test 05.08.2012

    Nach den Ankündigungen für das Maislabyrinth bei Sterzhausen hatte ich bereits länger Ausschau gehalten. Doch entdeckt hatte ich leider nichts. Für das Maislabyrinth bei Mardorf war ein Flyer bei uns gelandet. Erst ein Bericht eines Bürgers (in myheimat bzw. OP) brachte uns darauf, dass der Lahntaler Irrgarten ebenfalls geöffnet war. Wir beschlossen, diesen zuerst zu testen, da es bereits positive Erfahrungen aus der Vergangenheit damit gab.
    Auch wenn dies mein erster Besuch im Maislabyrinth war, so hatte ich bereits im letzten Jahr das Hanflabyrinth bei Niederweimar getestet. Mais ist mir persönlich als Nutzpflanze wesentlich vertrauter als Hanf. Der Weg von Heskem ins Lahntal zog sich etwas, aber ich hatte Glück und musste nicht selbst fahren. Mit vereinten Kräften fanden wir das Labyrinth und dessen Eingang. Ein paar Fahrzeuge parkten bereits auf der angrenzenden Wiese und einige Leute schienen ausgiebig zu picknicken.
    Wir teilten uns in zwei Gruppen. Die erste Gruppe bestand aus drei Jugendlichen im Alter von 15, 16 und 17 Jahren. Die zweite Gruppe, der ich angehörte, bestand aus zwei Erwachsenen. Einen kleinen Wettkampf machten wir daraus, welche Gruppe die vier Stempelstationen zuerst gefunden haben würde.
    Die Wege der Gruppen trennten sich zu diesem Zweck an der ersten Gabelung. Es dauerte noch keine fünf Minuten, bis zu unserem ersten Stempel. Bis zum zweiten dauerte es nicht viel länger. Die dritte Station lag etwas versteckter und wir hätten sie fast übersehen. Doch nach vielleicht insgesamt knapp fünfzehn Minuten hatten wir auch diesen Stempel. Wir hatten den vierten Stempel noch nicht gefunden, auch nicht die Aussichtsplattform mit der Fahne und nicht den Ausgang. Als nächstes fanden wir den Ausgang. Wir begaben uns erneut ins Labyrinth und trafen auf die andere Gruppe. Diese hatte zwar den Ausgang noch nicht gefunden, dafür aber die Plattform samt Fahne. Diesbezüglich halfen wir uns ein wenig. Nach kurzer Pause mit Gummibärchen und Getränken an der Plattform, machten wir noch ein paar Fotos und gingen schließlich wieder auf die Jagd nach dem letzten Stempel.

    Maislabyrinth Sterzhausen
    Das Maislabyrinth bei Lahntal-Sterzhausen. Blick von der Plattform.

    Dieser verbarg sich sehr gut, so dass wir dafür ein paar Minuten länger brauchten. Verdient gewonnen hatte also die jüngere Gruppe. Nun, es gibt zwar sinnvollere und spaßigere Zeitvertreibe, dennoch hatte es uns Vergnügen bereitet, die Tierstempel zu sammeln. Wir beschlossen nun auch noch das Mardorfer Labyrinth zu testen. Die Fahrt war spannend, da wir über die Dörfer fuhren und ich noch einige Informationen bekam, die ich noch nicht hatte.
    Das Labyrinth selbst zu finden, gestaltete sich als schwierig. Denn eine Beschilderung fanden wir nicht und niemand von uns wußte, wo genau es sich befinden sollte. Nach einem kleinen Umweg fragten wir Passanten, doch diese gaben sich ahnungslos. Auf einem Feldweg fragten wir abermals und wurden weiter über eine sehr holprige Piste geschickt, über die wir unser Ziel dann tatsächlich erreichten.
    Stempelstationen gab es hier keine. Dafür waren hier mehrere Infotafeln aufgestellt. Diese boten Informationen zu Obst, Gemüse, Getreide und verschiedenen Nutztieren. Die Schilder waren in einem neueren Zustand, als die wenigen Tafeln in Sterzhausen. Das gesamte Labyrinth sah neuer aus. Allerdings erschien uns der Mais hier noch höher und die Wege teilweise etwas zu eng. Hier war auch sichtlich etwas mehr Publikum unterwegs, als in Sterzhausen. Allerdings meist auch noch jüngeres Publikum. Die Schilder aussen um das Feld waren hilfreich, wieder zum Auto zurückzukommen.

    Fazit:Spaß gemacht haben beide Irrgärten. Wobei der bei Sterzhausen uns persönlich mehr Vergnügen bereitet hat. Mehr Informationen kann man derzeit aber wohl eher aus dem bei Mardorf mitnehmen. Einen Ausflug sind beide wert.

    Infos und Eintrittspreise sind zu entnehmen aus den entsprechenden Internetauftritten oder allgmeinen Informationsseiten.

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